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22. Mai 2019

Nachricht

Wählen Gehen! Europa braucht uns

Dekanate und Kirchenkreis rufen zu Wahlbeteiligung auf

Die Konföderation christlicher Kirchen in Niedersachsen ruft zur Wahlbeteiligung auf.

In verantwortlicher Weise für Demokratie, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden hier in Europa stimmen

Am 26. Mai 2019 finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt, bei der die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) die Möglichkeit haben, maßgeblich über die europäische Politik der kommenden Jahre mitzuentscheiden.

 

Emslanddechant Thomas Burke und Superintendent Bernd Brauer rufen gemeinsam zur Stimmabgabe auf. In einer gemeinsamen Presseerklärung heißt es.

 

Die derzeitigen Herausforderungen, wie Digitalisierung und technologische Entwicklung, Demografie, globale Erwärmung und Migration, sind groß. Wir sehen diese Herausforderungen im Emsland und packen gemeinsam an. Vielfalt und Zusammenhalt, ein gutes Netzwerk und großes ehrenamtliches Engagement machen das Emsland stark und lebenswert. Doch auch die europäische Politik, das Netzwerk der Staatengemeinschaft, ist von höchster Relevanz für unser tägliches Leben, das Leben der Menschen in Europa und weit über Europa hinaus.

Europa ist eine große und solidarische Gemeinschaft, nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein soziales und ökologisches Projekt. Freiheit, Gleichheit und Solidarität sind Grundwerte, die es zu bewahren und weiter zu verwirklichen gilt. In dieser Gemeinschaft ist nicht alles ideal, aber es kann sich gut weiterentwickeln. Für eine gute Zukunft brauchen wir diese Staatengemeinschaft. Die EU braucht Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine Politik des Friedens, der Solidarität, der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung stark machen.

Viele Errungenschaften der europäischen Staatengemeinschaft sind zur puren Selbstverständlichkeit geworden – ein offener Grenzverkehr, europäische Kultur- und Sportveranstaltungen, ein offener Markt für Waren, freiere Möglichkeiten der Arbeitsplatzwahl, offene Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in den Ländern der EU u.a. mehr. Sie sind aber keine Selbstverständlichkeiten und können zurückgenommen werden.

So erleben wir seit einigen Jahren einen Rückzug auf nationale Eigenständigkeiten, eine Ablehnung der europäischen Idee und eine Geringschätzung der europäischen Institutionen und Gremien – bis hin zur Verachtung. Eine populistische und nationalistische Rechte bläst im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament in vielen europäischen Ländern zum Kampf gegen ein Europa der Freizügigkeit und Toleranz. Für uns sind Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus Grundübel, die ein friedliches Zusammenleben der Völker verhindern. Sie waren die Ursachen für Krieg und Gewalt in Europa und dürfen nie wieder das politische Handeln bestimmen. Die Zukunft in Deutschland und in Europa hängt ganz wesentlich davon ab, wie das europäische Parlament zusammengesetzt ist. „Wer nicht weiß, warum wir die Europäische Union brauchen, der soll nach Verdun fahren“, hat Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, einmal gesagt – und wir ergänzen: „auch nach Auschwitz“.

 

Gerade junge Menschen rufen wir auf, zur Wahl zu gehen. Die "Fridays For Future"-Demonstrationen für den Klimaschutz zeigen, dass viele junge Menschen ihr Schicksal zunehmend selbst in die Hände nehmen. Das Referendum in Großbritannien im Jahr 2016 hat gezeigt, wie negativ sich eine geringe Wahlbeteiligung der jungen Leute auswirken kann. Darum muss es am 26. Mai es vor allem auch ein deutliches Zeichen der Jugend für Europa, für ihre eigene Zukunft und gegen diejenigen geben, die das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen.

 

Wir haben hier in Europa die Möglichkeit zu wählen. Wir können uns an der Debatte über die Zukunft der EU beteiligen, weil es verschiedene Parteien gibt. In vielen Ländern ist das gar nicht möglich. Die Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai sind von grundlegender Bedeutung für die Zukunft Europas und somit auch für uns im Emsland.

Gehen Sie zur Wahl! Stimmen Sie in verantwortlicher Weise für Demokratie, Solidarität, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung und Frieden hier in Europa.

 

Dekanats- und Kirchenkreisöffentlichkeitsarbeit
 

Landesbischof Ralf Meister ruft zu Europawahlbeteiligung auf