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12. Mai 2019

Nachricht

Kirchenkreis investiert in Diakonie und Jugenddienst

Aus fünf werden in Zukunft zwei Standorte für die unterschiedlichen Dienste des Kirchenkreises

Die Delegierten beschlossen mit großer Mehrheit den Kauf des Meppener Postgebäudes für die Diakonieienrichtungen und den Kirchenkreisjugenddienst. Bild: Ulrich Hirndorf

Gut zwei Stunden dauerten die Beratungen der 63 Delegierten aus 27 Lutherischen Gemeinden des Emslands und der Grafschaft Bentheim, die sich zum dritten Kirchenkreistag der aktuellen Legislaturperiode im Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde Nordhorn versammelt hatten. Dabei gab es im Kern nur einen Tagesordnungspunkt. Die Delegierten hatten zu entscheiden, ob der Kirchenkreis ein großes Bauinvestitionspaket in Angriff nehmen solle. Seit bereits fast sieben Jahren, so erläuterte der Kirchenkreistagsvorsitzende Michael Rilke, befassten sich mehrere Ausschüsse mit der Notwendigkeit eines Neubaus für den Diakoniestandort Meppen. Ebenso lange überlege man, ob sich einzelne Standorte von Kirchenkreiseinrichtungen zusammenziehen ließen. Bereits 2017 hatte der Kirchenkreistag einen Neubau am jetzigen Diakoniestandort in der Schützenstraße Meppen beschlossen (die Tagespost berichtete). Allerdings war die Umsetzung an der Finanzierung gescheitert. „Weil aber die Notwendigkeit der baulichen Veränderung insbesondere auf Grund der personellen Vergrößerung des Diakonischen Werkes Emsland-Bentheim und des teilweise mangelhaften Zustands des aktuellen Gebäudes weiterbestand, wurde als Alternative der Kauf einer Immobilie in den Blick genommen“, so Rilke. Weiterhin hatten die Delegierten in der letzten Sitzung noch einmal einen Prüfauftrag beschlossen, in dem zu klären war, ob aus fünf Standorten (Kirchenkreisamt, Ephoralbüro mit Superintendentur, Kirchenkreisjugenddienst, Öffentlichkeitsarbeit, Diakonie) nicht ein einziger gemacht werden könne. Auch dazu lagen bereits erarbeitete Konzepte des Finanzausschusses und des Bauausschusses vor, die , wie Bauausschussvorsitzender Pastor Hartmut Giesecke von Bergh erläuterte, nun noch einmal vollumfänglich von Kirchenkreisamt, zwei unabhängigen Architekturbüros und dem kirchlichen Amt für Bau- und Kunstpflege bewertet wurden. “Wir haben alles, was uns lieb und wert ist untersucht und die letzten Jahre geprüft. Geblieben ist nun als Empfehlung der Sonderarbeitsgruppe, der Ausschüsse und des Kirchenkreisvorstands eine Doppellösung. Wir schaffen nicht einen Standort, aber es wird uns gelingen, an zwei Standorten in Meppen stark präsent zu sein“, so von Bergh. Man habe Grundstücke gesucht, Immobilien besucht, sogar zwischenzeitlich das ehemalige Kreiswehrersatzamt ins Auge gefasst. Geblieben sei letztlich das zum Verkauf stehende Postgebäude in der Bahnhofstraße: „Es erfüllt alle Anforderungen mit einer Grundstücksgröße von 5183 m² und einer Nutzfläche von 2700 m². Es grenzt unmittelbar an das Gelände der Gustav-Adolf Gemeinde. Das Gebäude ist solide gebaut und in sehr gutem Zustand, liegt zentral und verkehrstechnisch ideal für die Belange des Diakonischen Werkes. Außerdem kann hier der gesamte Kirchenkreisjugenddienst inklusive Freizeitenmateriallager mit einziehen.“ Kirchenkreisamtsleiter Daniel Aldag ergänzte die Ausführungen mit dem Hinweis auf weitere Möglichkeiten zukünftigen Ausbaus, je nach Bedarf. Das Gebäude, in dem die Post, ein Paketverteilzentrum und eine Außenstelle der Niedersächsischen Landesschulbehörde untergebracht sind, soll so ausgebaut werden, dass Kündigungen der bestehenden Mietverträge nicht geplant sind. „Im Gegenteil, die bestehenden Mietverträge helfen uns beim Abtrag des Kreditvolumen“, so Amtsleiter Aldag. Und dieser ist nicht gering. Insgesamt 1,76 Mio € soll das Gebäude kosten. Dazu, so von Bergh, kämen 590.000 € Sanierungskosten hinzu. Eine Kreditaufnahme von 1,14 Mio € wurde den Delegierten empfohlen mit einem auf 30 Jahre berechneten Schuldendienst. Obwohl allen Delegierten die Notwendigkeit einer Investition klar war, zeigte die ausführliche Diskussion und zahlreiche Nachfragen, ob Dieses oder Jenes bedacht worden sei, dass mit einer so hohen finanziellen Verpflichtung „Bauchschmerzen“ einhergingen, wie es eine Delegierte betonte. Letztlich wurde das Projekt bei fünf Gegenstimmen und neun Enthaltungen beschlossen und das Kirchenkreisamt mit der Umsetzung beauftragt. Mit diesem Beschluss tritt auch ein bereits beschlossener aber gestoppter Beschluss in Kraft. Am Standort des Kirchenkreisamtes in der Hüttenstraße soll ein Anbau in Zukunft zusätzlich die Superintendentur, das Ephoralbüro, die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitarbeitendenvertretung beherbergen. In fußläufiger Reichweite sind somit zukünftig in Meppen, Verwaltung, geistliche Leitung, sämtliche Beratungsangebote der Diakonie, sowie weitere Dienste der lutherischen Kirche miteinander verbunden.

 

Vorgestellt in erster Lesung wurde ebenfalls der Plan, zwei neue Pfarrstellen bis 2023 befristet einzurichten. Da in Zukunft davon auszugehen ist, dass häufigere und längere Vakanzen bei Gemeindepfarrstellen eintreten werden und andere Vertretungsgründe (wie Studiensemester, längerfristige Erkrankungen usw.) entstehen könnten, soll der Vertretungsdienst ausgeweitet werden. Die Bezeichnung lautet „Zur Hilfeleistung beim Superintendenten für Vertretungsdienste im Kirchenkreis“. Die Besetzung der Stellen erfolgt dann zukünftig jeweils für einen befristeten Zeitraum im Umfang von 25%-100%. Der Zeitraum sollte dabei der Dauer des Vertretungsauftrages entsprechen. Der konkrete Einsatz wird durch den Superintendenten zugewiesen.

Wie der stellvertretende Superintendent Thomas Kersten erläuterte, hätte diese Praxis den großen Vorteil, dass Pastoren im Teildienst eine Vakanzvertretung in der Nachbarschaft mit einem zusätzlichen Stellenanteil leisten könnten. Zudem erhielte der Kirchenkreis Emsland-Bentheim weitere Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeiten zur Bewältigung der entstehenden Vertretungssituationen. Obwohl momentan nur eine Stelle vakant sei, so Kersten, „rechnen wir in den kirchlichen Prognosen mit zunehmend längeren Vakanzen durch weniger Bewerbungskandidaten.“ Zur Beratung wurde der Entwurf einstimmig an den Finanz- und Stellenplanungsausschuss, sowie an den Ausschuss für Verkündigung, Gottesdienst und Seelsorge überwiesen.

Ulrich Hirndorf