Lebendige Kirche wird im Miteinander gestaltet

Konficamp Geeste

Konfitaufe während eines Indianerlagers

Kirchenschiff Landesgartenschau

Gottesdienst unter freiem Himmel

23. März 2019

Nachricht

Kirchenkreistag im Zeichen der Jugend

Regionalbischof Klahr informierte sich über die Vielfalt der ev. Jugendarbeit

Worte, Spiele, Lieder, Kochen. Auf vielfältige Weise präsentierte sich die Ev. Jugend auf dem KKT den Delegierten aus den Kirchengemeinden. (Foto: Hirndorf)

Als einen Akt der Wertschätzung wertete Schulleiterin Gabriele Obst die Ortswahl für den Kirchenkreistag (KKT) des ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim. 62 Delegierte aus 27 Kirchengemeinden hatten sich im Ev. Gymnasium Nordhorn eingefunden, um das Schwerpunktthema „Evangelische Jugendarbeit“ zu beraten. Obst betonte in ihrem Grußwort, das auch die ev. Schulen einen großen Anteil an religiöser Bildung hätten. „Beim Nachlassen der religiösen Erziehung zu Haus, ist Schule oftmals der einzige Ort der Auseinandersetzung mit religiösen Themen“, so die Schulleiterin und betonte dass die Synode mit dem Beschluss für eine gebundene Ganztagsschule die richtige Entscheidung getroffen habe. „ Christsein heißt, sich auch politisch einzumischen, denn die Botschaft des Evangeliums richtet sich nach außen.“ Deshalb verstehe sie auch nicht die Diskussion um die „Friday for Future“ Aktionen der Schüler. Verantwortung lernen, heiße sich einzumischen. Schüler, die sich hier engagierten, hätten mehr als die Erwachsenen verstanden, was Bewahrung der Schöpfung heiße.

Auch Landessuperintendent Detlef Klahr, der zur Zeit den Kirchenkreis im Rahmen einer Visitation bereist, richtete ein Grußwort an die Vertreter der Gemeinden und der Evangelischen Jugend, die sich zahlreich versammelt hatte. Er forderte dazu auf, den geplanten 20% Anteil der Jugendlichen in der landeskirchlichen Synode in Hannover voll auszuschöpfen. „In meinem Sprengel Ostfriesland-Ems erlebe ich gerade hier eine extrem gut aufgestellte und vorzeigbare Jugendarbeit. Nicht nur das der Jugendpredigtpreis der Landeskirche hier gewonnen wurde, auch die moderne und vernetzte Zusammenarbeit ist beeindruckend“, zeigte sich der Regionalbischof begeistert und freute sich schon auf ein Pizzaessen mit dem Sögeler Jugendkreis. Das Team der Kirchenkreisjugendarbeit um Jugendpastor Matthias Voß und Kirchenkreisjugendwart Waldemar Kerstan präsentierte dem KKT alle Bereiche der Evangelischen Jugend der Region. Angefangen vom Schnupperkurs für Konfirmierte oder Ausbildungskurse auf der Hallig Hooge, wo in diesem Jahr allein 72 Jugendliche aus 16 Gemeinden einen Jugendgruppenleiterschein machen werden,  über Ski- und Sommerfreizeiten bis zu Großevents wie Kinderkirchentag mit 500 Kindern oder dem legendären Konfitag am Kloster Frenswegen mit bis zu 800 Teilnehmenden reichte die Palette. Jugendliche aus allen Regionen des Kirchenkreises berichteten von ihrem Engagement, den eigenen Glaubenserfahrungen und dem sozialen Lernen, dass ihnen die Ev. Jugend ermögliche. „Man vertraut uns erwachsenen Jugendgruppenleitern sogar die Leitung von Freizeiten auf Sardinien ganz allein an. Da ist keine Pastorin oder Diakon mehr dabei, wir reißen das alleine“, so Teamer Ole aus Nordhorn, für den nun nach dem Abitur sogar das Theologiestudium immerhin eine Option sei.

Neben dem Jugendthema berieten die Delegierten allerdings auch größere Baumaßnahmen im Kirchenkreis, für die Kredite aufgenommen werden müssen. Zum einen soll am Standort des Kirchenkreisamts in Meppen ein Anbau in Zukunft, die Superintendentur, die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitarbeitervertretung beherbergen. Zum anderen überlegen die beteiligten Gremien, das zum Verkauf stehende Postgebäude am Bahnhof Meppen zu erwerben, um dort dem gewachsenen Platzbedarf der Diakonie entgegenzukommen. „Das Gebäude bietet die Möglichkeit der stetigen Erweiterung des Diakonieangebots an einem verkehrstechnisch günstigen Standort und schließt die Lücke zwischen Kirchenkreisamt und Gustav-Adolf Kirche. Sogar eine Unterbringung des Kirchenkreisjugenddienstes samt Materiallager wäre langfristig planbar“, so Kirchenkreisamtsleiter Daniel Aldag bei der Entwurfserläuterung. Im Gegenzug könnten verstreut liegende Standorte aufgelöst werden, um Kräfte und Strukturen zu bündeln, so der kirchliche Verwaltungschef. Seit mehreren Jahren denke und plane der Kirchenkreis bereits in dieses Richtung. Bei einer Darlehenssumme von über 1,1 Mio Euro müsse allerdings sorgfältig geprüft werden. Mit großer Mehrheit überwiesen die Delegierten den Entwurf zur Beratung in die Ausschüsse für Bauen und Haushaltsplanung.

Ulrich Hirndorf