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27. Januar 2019

Nachricht

Auftakt mit Wahlmarathon

Lutherischer Kirchenkreistag neu aufgestellt

Der neugewählte Kirchenkreistagsvorstand für die Legislaturperiode 2019-2024. Beisitzer P. Uwe Hill (Werlte), Vorsitzender Michael Rilke (Nordhorn), Beisitzer Henning Kammer (Nordhorn), Beisitzer P. Thorsten Jacobs (Dalum). Es fehlt die stellvertr. Vorsitzende Sandra Knief (Dalum). Foto: Ulrich Hirndorf

Emsland/Grafschaft Bentheim Die Wahl der neuen Leitungsgremien prägte den ersten lutherischen Kirchenkreistag (KKT) der Legislaturperiode 2019-2024, der am vergangenen Samstag in Sögel tagte. In einem feierlichen Abendmahlsgottesdienst eröffneten Superintendent Dr. Bernd Brauer und die Pastoren Matthias Voß und Thorsten Jacobs die Delegiertentagung, die 27 Kirchengemeinden mit über 63.000 ev.-luth. Christen zwischen Papenburg und Bentheim repräsentiert. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden auch die berufenen Mitglieder vorgestellt und vom Superintendenten per Handschlag verpflichtet. Berufene Mitglieder sind nicht Teil eines Kirchenvorstands, sondern vertreten eine besondere Fachrichtung oder Institution, wie beispielsweise Dr. Sigrid Kraujuttis (Sozialdezernentin Landkreis Emsland) oder Pastor Ulrich Hirndorf (Studienleiter Kloster Frenswegen). Bereits in den Wochen zuvor hatten sich die 75 gewählten und berufenen Mitglieder des KKT in den Regionen Nord, Mitte und Süd getroffen und insbesondere Vorschläge für die Wahlen der unterschiedlichen Funktionen und Gremien erarbeitet. Für die hauptsächlich ehrenamtlichen Delegierten galt es nicht nur, den eigenen Vorstand zu wählen, sondern auch die „Regierung des Kirchenkreises“, den Kirchenkreisvorstand. Und natürlich sollten die Regionen des über 120 km langen Kirchenkreises über die Delegierten in den Gremien möglichst gleichberechtigt vertreten sein. Ein demokratisches Ansinnen, das in guter Atmosphäre gelang, obwohl sich der Wahlmarathon bis in die Nachmittagsstunden hineinzog. Ein überragendes Ergebnis konnte gleich zu Beginn Michael Rilke aus Nordhorn für sich verbuchen. Bei nur drei Gegenstimmen wurde der Kirchenvorsteher und Lektor aus der Martin-Luther Gemeinde Nordhorns zum Vorsitzenden des KKT gewählt. „Ich verspreche, mich dafür einzusetzen, für das Wohl des Kirchenkreises gute Beratungen und Beschlüsse vorzubereiten und die Tagungen in konstruktiver und ehrlicher Atmosphäre zu leiten“, dankte Rilke den Delegierten für ihr Vertrauen. Eine Überraschung stellte die Wahl des Stellvertreters da. Hier siegte die erstmalig im KKT vertretene Kirchenvorsteherin Sandra Knief aus Dalum, die sich, auch erstmalig in der Geschichte des KKT, per Videobotschaft dem Plenum vorgestellt hatte, da sie wegen anderweitiger Verpflichtungen nicht selbst an der Tagung teilnehmen konnte. Generell ließ sich als Trend feststellen, dass „alte Hasen“ gegenüber „Neulingen“ das Nachsehen hatten. Auch der, neben den Pastoren Thorsten Jacobs und Uwe Hill als Beisitzer gewählte Henning Kammer aus der Christus-Kreuz Gemeinde Nordhorn ist erstmalig im KKT vertreten. Der Kirchenkreisvorstand, dessen Vorsitzender qua Amt Superintendent Brauer ist, setzt sich auch in der neuen Legislaturperiode wieder aus Vorstandsmitgliedern aller Regionen zusammen. Auch hier wurden mit Christof Rosenski (Bad Bentheim) und Rudi Gaidosch (Twist), zwei Neulinge hineingewählt. Als weitere Mitglieder gehören dem Gremium Ruth Becker-Lang (Haselünne), Thomas Claußen (Papenburg), Gunda Dröge (Gustav-Adolf Gemeinde Meppen), Udo Sander (Martin Luther Gemeinde Nordhorn), sowie die Pastoren Thomas Kersten (Christus-Kreuz Gemeinde Nordhorn), Ralf Maennl (Aschendorf-Dörpen) und Gernot Wilke Ewert (Berufsschulpfarramt Lingen) an. Insgesamt 62 Delegierte wurden im Anschluss noch in die Fachausschüsse gewählt, die laut Kirchengesetz gebildet werden müssen. Dazu gehören die Ausschüsse für Haushalt und Stellenplanung, Bau und Gebäudemanagement, Verkündigung-Gottesdienst-Seelsorge, Kirchenmusik und Kulturarbeit, Bildung, Kinder und Jugend, Diakonie, Kindertagesstätten, sowie der Verwaltungsausschuss. Auf besonderen Antrag aus dem Plenum wurde zusätzlich ein Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz gebildet. Dieser Ausschuss hat bereits eine lange Tradition im Kirchenkreis und beschäftigt sich impulsgebend und beratend mit dem biblischen Auftrag der Natur- und Schöpfungsbewahrung in der gemeindlichen Praxis. Ferner wurden noch Delegierte in die „Fachgruppe Partnerschaft“ und in den Beirat des Rücklagen- und Darlehensfonds entsandt. Superintendent Brauer dankte allen Gewählten für ihre Bereitschaft, sich in der Ausschussarbeit zu engagieren und verwies auf die besondere Bedeutung des regionalen Kirchenparlaments für die Geschicke des Kirchenkreises. In einem kurzen aber prägnanten Bericht zu den Schwerpunkten der konzeptionellen und finanziellen Planung im Kirchenkreis stellte er sowohl die gegenwärtigen Herausforderungen an eine moderne Kirche in der Region da, verwies aber auch darauf, das der westlichste Kirchenkreis der Hannoverschen Landeskirche bundesweit die stabilsten Mitgliederzahlen aufweise: „Während wir im letzten Jahr 0,35% Mitglieder verloren haben (ca 200), waren es in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers 0,74% im Durchschnitt. Selbst die treuesten kath. Bistümer wie Regensburg oder Paderborn liegen bei 4,5%, übrigens gleichauf mit Osnabrück. Die besten lutherischen Werte erreicht die Landeskirche Kurhessen Waldeck mit 0,48%. Die Gründe für unsere Stabilität sind vielschichtig aber insgesamt ist es auch ein Ansporn, in den kommenden Jahren die Menschen gut zu begleiten und aus den lutherischen Gemeinden fruchtbringende Impulse in die Gesellschaft an Ems und Vechte zu geben.“ Mit Gesang und Segen endete schließlich der erste Kirchenkreistag und entließ die Delegierten nun zur Aufnahme der Gremienarbeit bis zur ersten Arbeitssitzung im März, die dann im Evangelischen Gymnasium Nordhorn stattfinden wird.