Lebendige Kirche wird im Miteinander gestaltet

Konficamp Geeste

Konfitaufe während eines Indianerlagers

Kirchenschiff Landesgartenschau

Gottesdienst unter freiem Himmel

19. Juni 2018

Nachricht

Reformationstag wird staatlicher Feiertag

Niedersächsischer Landtag beschließt zusätzlichen Feiertag

Superintendent Dr. Bernd Brauer

Dazu ein Kommentar von Superintendent Dr. Bernd Brauer:

Den Reformationstag mit einem staatlichen Feiertag in Niedersachsen zu begehen, würdigt mit breiter Mehrheit, dass moderne Gesellschaften den ständigen Austausch über die Voraussetzungen gelingenden Zusammenlebens brauchen. Stets treten neue und nichtplanbare Ereignisse ein. Luther hätte vielleicht gesagt: Weil stets mit dem unverfügbaren Handeln Gottes zu rechnen ist. Sozialer Frieden und Wohlergehen für viele setzt das Gespräch über Strittiges voraus. Das hat auch das lange Ringen um die Entscheidung gezeigt. Von einer guten Streitkultur mit Transparenz und breiter Beteiligung als wichtiges Erbe der Reformation, davon lebt eine moderne Demokratie, davon leben auch die großen Kirchen und nicht nur sie. Dazu gehört seit der Reformation die Unterscheidung von Sache und Person, die notwendig ist, um immer wieder neu zu Lösungen zu kommen.

Reformationstag als staatlicher Feiertag in Niedersachsen heißt nicht in erster Linie an einen einzigen historischen Tag im Jahr 1517 zu erinnern. Es muss darum gehen, bewusst das zu benennen, wo heute Reformbedarf besteht. Unser Verständnis von Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung gehört genauso dazu wie die Fragen der Alterssicherung und Regelung für Pflege und Bildung. Freude am gelingenden Aufbruch und Schmerz über nicht oder noch nicht Erreichtes haben dann gleichermaßen ihren Platz. Dazu sind alle Menschen eingeladen, die Teil unserer sich stets verändernden Gesellschaft sind oder werden wollen. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Lernkultur. Die Kirchen haben im vergangenen Jahr des besonderen Jubiläums gezeigt, dass sie gemeinsam eine solche Aufgabe in Angriff nehmen und Menschen in großer Zahl für den Dialog bewegen können. Den Feiertag hier sehe ich als Chance und Verpflichtung für eine möglichst große Ökumene – gerade auch im katholisch geprägten Emsland.

Mit dem Reformationstag sorgt Niedersachsen im Schulterschluss mit seinen nördlichen Nachbarn dafür, dass der in Jahrhunderten gewachsenen weitgehend protestantischen Prägung Ausdruck verliehen und gleichzeitig dauerhaft zu einem Gespräch in der Ökumene eingeladen wird. Damit nehmen sie für sich nur das in Anspruch, was die eher katholisch geprägten Länder des Südens und Westens ohnehin schon immer getan haben.