Lebendige Kirche wird im Miteinander gestaltet

Konficamp Geeste

Konfitaufe während eines Indianerlagers

Kirchenschiff Landesgartenschau

Gottesdienst unter freiem Himmel

17. Februar 2018

Nachricht

Kirchenkreistag wünscht sich hohe Wahlbeteiligung

Kirchenvorsteher und Pastoren werben für die Kirchenvorstandswahlen 2018 (Foto: Brigitte Siemoneit)

Emsland/Grafschaft Bentheim   Am Samstag berieten die Delegierten aus 27 Kirchengemeinden des ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim über neue Impulse in der evangelischen Kirche. Der Kirchenkreistag (Regionalsynode) tagte in der Bethlehemkirche im Meppener Stadtteil Esterfeld. Als Gäste verfolgten Bürgermeister Helmut Knurbein und Heinz-Hermann Nordholt, Präses des reformierten Synodalverbands Grafschaft Bentheim die Sitzung und sprachen Grußworte nach dem gemeinsamen Gottesdienst, in dem Pastor Thorsten Jacobs sich in Übertragung eines alten Amos Textes selbstkritisch mit Anspruch und Wirklichkeit von Kirche heute beschäftigte: „Wir haben im letzten Jahr ausgiebig das Reformationsjubiläum gefeiert und uns daran erinnert, dass sich Kirche auch immer selbstkritisch hinterfragen darf und auch muss, eben eine „ecclesia semper reformanda“, eine stets zu reformierende Kirche bleibt. Und da dürfen oder werden Fragen ja durchaus auch gestellt: Tritt Kirche manchmal zu leise auf? Oder manchmal zu kompromissbereit? Oder zu forsch? Denkt sie zu oft ans Sparen anstatt ans Verschenken, verzettelt sie sich zu sehr in Kleinigkeiten, verschließt sie manchmal zu ängstlich Kirchentüren anstatt sie für alle offen zu halten, vergisst zu leicht die Liebe vor lauter Regeln, schiebt sie manchmal hinter jedes Ja ein großes Aber, weil sie Veränderung mehr fürchtet als Wandel und Lebendigkeit? Diese Fragen werden ja durchaus gestellt und dürfen und müssen auch gestellt werden.“ Im Verlauf der Tagung zeigte sich, wie sehr die 57 Delegierten um Wandel und Lebendigkeit rangen und dabei den Schwung des nun zu Ende gegangenen Reformationsgedenkjahres mitnehmen wollten. Zur Einstimmung in die reguläre Tagesordnung zeigte Öffentlichkeitspastor Ulrich Hirndorf in einem bilderreichen Streifzug durch den Kirchenkreis besondere Gemeindemomente des vergangenen Reformationssommers. In über 100 Ausstellungen, Diskussionen aber auch Fahrten und Festen hatten sich neben vielen ökum. Gottesdiensten die Lutheraner mit ihrer Geschichte und der Gegenwart auseinandergesetzt. Superintendent Bernd Brauer sprach in seinem Bericht aus dem Kirchenkreisvorstand die Hoffnung aus, dass sich in der zukünftigen Arbeit des Kirchenkreises viele Erkenntnisse und Impulse aus dem Festjahr wiederfinden mögen. Großes Thema bei den Delegierten war die in erster Lesung durch Amtsleiter Daniel Aldag vorgestellte Möglichkeit, die gemeindliche KiTa-Trägerschaft in Zukunft durch eine Kirchenkreisträgerschaft zu ergänzen. Während sich das Kirchenkreisamt um Personalentwicklung und betriebswirtschaftliche Belange kümmert und damit den örtlichen Kirchenvorstand entlastet, sollen Pädagogik und geistliche Begleitung weiterhin vor Ort entwickelt und umgesetzt werden. Mehr Zeit für inhaltliche Arbeit solle Eltern und Kindern zugute kommen, so der Amtsleiter. Das Modell könnte 2019 parallel zum jetzigen Gemeindeträgermodell eingeführt werden, wenn sich genügend Gemeinden finden, die sich im Verband zusammenschließen. In der anschließenden Aussprache zeigte sich, dass die Idee an sich und auch der Beratungsprozess positiv gewürdigt wird, jedoch Vorbehalte gegen die Abgabe von Verantwortung in einen Verband bestehen. Weniger Vorbehalte gab es bei der Beratung zum Thema Klimagerechtigkeit. Der Umweltbeauftragte des Kirchenkreises, Volkhart Binner riet den Delegierten zur Einführung eines Klimakompensationsfonds. Dienstfahrten der Gremien und Dienststellen des Kirchenkreises sollten im CO2 Verbrauch errechnet und mittels einer Umrechnungstabelle kompensiert wer5den durch Einzahlung in den landeskirchlichen Kompensationsfonds, von dem Projekte zur Klimagerechtigkeit in anderen Ländern finanziert werden. Nach kurzer Diskussion und dem wiederholten Votum, dass die besondere christliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung sich schon aus der Schöpfungsgeschichte ableite, soll der Kompensationsfonds nun eingerichtet werden.

Für ein anderes, großes Anliegen des Kirchenkreistags sammelte Pastor Hirndorf noch einmal alle Kirchenvorsteher und Pastoren vor der Bethlehemkirche zu einem „Werbefoto“. Am 11. März wählen alle evangelischen Wahlberechtigten in Niedersachsen neue Kirchenvorstände. Erstmalig auch parallel mit den reformierten Schwestern und Brüdern. In den lutherischen Gemeinden des Emslands und der Grafschaft werden über 200 ehrenamtliche Kirchenvorsteher gesucht. „Wer für die Gemeindeleitung kandidiert, engagiert sich ehrenamtlich für seine Kirche vor Ort und im Kirchenkreis. Wer wählen geht, entscheidet nicht nur mit, wer in seiner Gemeinde künftig Entscheidungen trifft, sondern zeigt auch Wertschätzung und Dankbarkeit denjenigen gegenüber die bereit sind, evangelische Kirche aktiv mitzugestalten,“ ruft Hirndorf die Wahlberechtigten ab 14 Jahren auf, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.