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7. November 2017

Nachricht

Kirche des Monats November

Vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. mitfinanziert

Die Kreuzkirche von oben, so sieht man sie selten. Foto: KG Kreuz Lingen

Im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 feiert Deutschland 500 Jahre Reformation und widmet sich besonders dem Reformator Martin Luther. Die evangelisch-lutherische Kreuzkirchengemeinde als älteste der lutherischen Gemeinden im Emsland feiert zugleich den 280sten Geburtstag ihres Kirchenbaus.

Die Veranstaltungsreihe Kirche des Monats ist deshalb am kommenden Sonntag, 12. November,  zu Gast in der evangelisch-lutherischen Kreuzkirche am Universitätsplatz in Lingen. Ab 15 Uhr werden Kirchenkreiskantor Peter Müller an der Flentrop Orgel und Kirchenführerin Anja von Stephani die Kirche und ihre Besonderheiten auf unterschiedlichste Weise vorstellen. Anschließend gibt es Zeit und Gelegenheit, bei Kaffee und Plätzchen die Eindrücke mit Gespräch oder Rundgang zu vertiefen..

Im Jahr 1734 gab der Soldatenkönig (Friedrich Wilhelm I. von Preußen) 100 Reichstaler für die schlichte Hallenkirche, die in vierjähriger Bauzeit entstand. Diese Summe verdiente damals ein guter Handwerksmeister in einem ganzen Jahr. Erster Prediger war Johann Anton Naber aus Osnabrück, er stand der in norddeutschem Barockstil gehaltenen Kreuzkirche 50 Jahre vor. Sein Pfarramtsbezirk reichte bis nach Tecklenburg, wo Garnison und Kirchengemeinde ihm ebenfalls unterstanden. Die Geschichte der Kreuzkirche ist von Höhen und Tiefen geprägt. Englisch-hannoversche Soldaten beschlagnahmten die Kreuzkirche im Winter 1795 und nutzten sie als Lazarett, um sie ruiniert zu hinterlassen. Bis zur Wiederherstellung der Kirche feierten Reformierte und Lutheraner im Auditorium der Universität und dann im Wechsel den Gottesdienst in der reformierten Kirche. Im 19. Jahrhundert wuchs die Gemeinde vor allem durch zugezogene Arbeiter des Eisenbahnausbesserungswerks an und erweiterte 1888 den Kirchbau um einen Nordflügel. Ab 1945 fanden viele Ostvertriebene lutherischen Glaubens im Raum Lingen und damit in der Kreuzkirche eine neue Heimat. 3400 Gläubige zählt inzwischen die Gemeinde.

Die Ausstattung der Kirche entspricht der Formsprache der Neugotik. Kanzel und Altarretabel legen auch Zeugnis ab von der Theologie von Gemeinde und Bildhauerwerkstatt. Prachtstück der Kirchenausstattung bleibt die Flentrop Orgel von 1959 mit ihren 21 Registern auf Hauptwerk, Brustwerk und Pedal. Sie eignet sich besonders für die Darstellung barocker Musik. In der Kreuzkirche finden geistliche Konzerte statt, zuletzt das Lutheroratorium „Gaff nicht in den Himmel“ der Lingener Kantorei unter Leitung von Kreiskantor Peter Müller.

Bei der letzten großen Renovierung 1999 erhielt die Kirche zwei neue Fenster, die der Glasgestalter Günter Grohs aus Wernigerode und die Glasmalerei Peters GmbH in Paderborn ausführten. Die drei, erst in den letzten Jahren neugegossenen Bronzeglocken namens Glaube, Liebe und Hoffnung werden am kommenden Sonntag die Gäste aus allen Teilen des Emslands herzlich willkommen heißen.

Anja von Stephani/Ulrich Hirndorf