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21. September 2017

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Generalkonvent

Auch Seelsorger brauchen Begegnungen

Tauschten sich mit 1200 anderen Geistlichen aus. Superintendent Bernd Brauer (links) mit Mitgliedern des Pfarrkonvents Emsland-Bentheim im Kuppelsaal Hannover. (Foto: Hirndorf)

„Es ist sehr schön und stärkend zu spüren, welche Kraft eine solche Gemeinschaft entfaltet, wie wir sie heute hier erleben“ sagte Landesbischof Ralf Meister am Mittwoch auf dem Generalkonvent der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Mehr als 1.200 Pastorinnen und Pastoren aus Niedersachsen waren der Einladung in den Kuppelsaal in Hannover gefolgt. Mit dabei auch der Pfarrkonvent des ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim unter der Leitung von Superintendent Bernd Brauer, der schon vor 7 Uhr am Morgen mit dem Bus aufgebrochen war, um rechtzeitig das erste Treffen aller Pastorinnen und Pastoren der Hannoverschen Landeskirche im Kongresszentrum zu erreichen. Zurückbleiben mussten diejenigen, die, verteilt auf die Regionen, den pfarramtlichen Notdienst versahen. In Vorträgen, Diskussionen und Workshops überlegten die Theologinnen und Theologen, wie das Pfarramt zwischen inneren und äußeren Herausforderungen, zwischen Tradition und Strukturwandel beweglich und stark bleiben kann. „Früher nannte man die Pastoren gerne eierlegende Wollmilchsau, wenn es um die Bewältigung der vielfältigen Gemeindeaufgaben ging. Predigt, Sakramentsverwaltung, organisatorische Arbeit für eine Kirchengemeinde in allen ihren Belangen; pädagogisch tätig sein im Bereich der Konfirmandenarbeit, aber auch bei Kindern; Unterstützung im Glauben bei Erwachsenen, Seelsorge und Begleitung bei höchst unterschiedlichen Anlässen zwischen Geburt und Tod; Repräsentation von Kirche und Gemeinde im gesellschaftlichen Umfeld - das alles und noch einiges mehr gehört dazu. Vielfalt ist also ein Charakteristikum dieses Berufsfeldes. Das ist schön, aber auch anstrengend. So ein Tag, der ermutigt und Zuversicht verbreitet, den Anforderungen zu genügen, ist ganz wichtig. Auch Seelsorger brauchen Begegnungen“, so der Superintendent am Rande der Veranstaltung.

Im Mittelpunkt der Tagung standen auch die Spannungen zwischen der inneren Gewissheit der Berufung, Pastorin oder Pastor zu sein, und den aktuellen Anforderungen an den Dienst in der Gemeinde. Die Berufung unterscheide den Pastorenberuf von anderen Berufen, sagte der Bielefelder Soziologe Prof. Rainer Schützeichel in seinem Hauptvortrag. „Pastoren sind das Gesicht der Kirche“, so Schützeichel. Er sei sehr beeindruckt, wie sehr die Pastorinnen und Pastoren selbst um ihr Berufsbild ringen und finde es gut, dass sie die Berufung als zentrales Moment erkennen.

Zur Stärkung der Berufungsgewissheit erinnerte Landesbischof Meister im Abschlussgottesdienstes des Generalkonventes an die Ordination der Pastorinnen und Pastoren: „Bei unserer Ordination wurden wir mit Gebet und Auflegen der Hände in den Dienst als Pastorin oder Pastor berufen. Wir wurden berufen, gesegnet und gesendet. Daran wollen wir uns erinnern.“ Mit der feierlichen Erinnerung an die Ordination und dem gemeinsamen Abendmahl endete der erste landeskirchliche Generalkonvent. Superintendent Brauer zog am Ende des intensiven Tages ein positives Resümee: „ Der weite Weg hat sich gelohnt. Die Begegnung mit so vielen Pastoren schafft meinen Konventsmitgliedern Bestätigung, die ansonsten als Seelsorger im Emsland und der Grafschaft in einer Minderheit arbeiten. Mit Anvertrautem umzugehen, kann sehr belasten. Dazu ist es wichtig, dass auch Pastoren hin und wieder Stärkung erfahren, indem sie sich gemeinsam der Anfänge im Beruf erinnern, als ihnen diese Aufgabe feierlich bei ihrer Ordination übertragen wurde.“