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22. August 2017

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Kirchenkreistag in Werlte

Sommerpause im Zeichen einer ökumenischen Lutherinterpretation

Reformation geht weiter
Kirchenkreistagsversammlungen (hier Sommersitzung in Dalum mit Domkapitular Molitor) stehen in diesem Jahr im Zeichen des Reformationsgedenkjahres. Foto: Hirndorf

Am kommenden Sonnabend tagt ab 9 Uhr der Kirchenkreistag des ev.-luth. Kirchenkreises Emsland-Bentheim im Gemeindehaus der Lukasgemeinde in Werlte. Die öffentliche Sitzung der 73 gewählten und berufenen Delegierten aus 27 Gemeinden wird sich nach der Sommerpause mit geplanten Investitionen und Berichten aus verschiedenen Ausschüssen beschäftigen.

Zwar hatte der KKT auch im Sommer getagt, dort aber anlässlich des diesjährigen Reformationsgedenkjahres mit dem Fokus auf die Bedeutung Martin Luthers gestern und heute. Domkapitular Reinhard Molitor, Ökumenebeauftragter des Bistums Osnabrück hatte den Delegierten in einem unterhaltsamen Vortrag den Reformator aus katholischer Sicht nahegebracht. Er schilderte die Entwicklungen der Blickwinkel und Sichtweisen der katholischen Kirche und deren theologischer Lehrer auf Martin Luther von der Reformationszeit bis zur Gegenwart. Dabei entfaltete er schwerpunktmäßig die These „Luther von Luther her verstehen“. Molitor vertrat im Gespräch mit den Delegierten die These, dass aufgrund Luthers Leitfrage „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“, seine Reaktion auf den Ablasshandel eine notwendige Konsequenz war. Die darauf folgende Intervention gegen Luther erfolge nach Auffassung von Domkapitular Molitor, weil aus katholischer Sicht das Ablassgeschäft in Gefahr war.

Für den gegenwärtigen Umgang mit der Reformation und den daraus entstandenen Kirchen entwickelte Molitor aus dem Dreiklang „versachlichen – versöhnen – verständigen“ Ansätze für ein ökumenisches Zusammenwirken der Kirchen. Hierbei betonte er, dass seine Zukunftsperspektive „kein Einheitsbrei“, sondern die „bunte Vielfalt“ einer jedoch „sichtbaren Einheit“ sei. Auch sollten nach einem Zitat von Papst Franziskus die „Gaben der Reformation“ angenommen werden. Zusammenfassend sollten sich die Kirchen, so der Ökumenebeauftragte, „gemeinsam auf den Weg zur Quelle“, also Jesus Christus, machen.

Ganz im Sinne von Luthers Schrift „Sermon von den guten Werken“ (1520), wird sich nun am Samstag der Kirchenkreistag mit den Voraussetzungen für diakonisches und barmherziges Handeln im Kirchenkreis beschäftigen. Aufgrund neuer Aufgaben und eines gewachsenen Mitarbeiterteams der Diakonie soll am Hauptstandort Meppen das Gebäude des Diakonischen Werks in der Schützenstraße erneuert werden, damit Beratung und die Wahrnehmung von Hilfsangeboten für die Menschen, die Hilfe suchen, gewährleistet werden kann. Um aufsuchende Hilfe wird es im Antrag des Partnerschaftsausschusses gehen. Für den Partnerschaftsdistrikt Kondoa, Vereinigte Republik Tansania, soll ein Geländefahrzeug für Mitarbeitende angeschafft werden, um entlegene Gebiete und Kranke zu erreichen. Mit Mitteln des Kirchenkreises werden zwei Krankenhilfsstationen aufrechterhalten, sowie eine Secondary School unterhalten, weitere Schulprojekte werden über das Evangelische Gymnasium Nordhorn und die Berufsbildenden Schulen Lingen begleitet. Die Partnerschaft besteht seit fast 30 Jahren. Ebenfalls beraten wird über einen Anbau am bestehenden Kirchenkreisamt Meppen. Mittelfristig sollen neben weiteren Büros das Ephoralsekretariat samt Superintendent und weitere Stabsstellen im Amt untergebracht werden, um vielfältige Aufgaben an einem Standort konzentrieren zu können.

Die Sitzung des KKT ist öffentlich und Besucher gern gesehen. Das Gemeindehaus der Lukasgemeinde befindet sich in der Brinkstraße 14,49757 Werlte.